Ozontherapie als komplementäre Therapieform

Nach dem Niedrig-Dosis-Prinzip

In der Fachwelt sind die heilenden Eigenschaften des Ozons mittlerweile unbestritten. Die positiven, biologischen Eigenschaften des Ozons werden in der sogenannten Ozontherapie genutzt, bei der Alternativmediziner und Heilpraktiker Ozon nutzen, um beispielsweise die Wundheilung bei Patienten zu beschleunigen oder deren Immunsystem zu revitalisieren.

Wie entsteht Ozon?

Stickstoffdioxid (NO2) gilt als wichtigster Vorläufer für die Ozonbildung und zerfällt durch UV-Licht zu Stickstoffmonoxid (NO) und atomarem Sauerstoff (O). Die entstandenen Sauerstoff-Radikale sind sehr reaktionsfreudig und verbinden sich mit anderen Sauerstoff-Molekülen bzw. Luft-Sauerstoff (O2) zu Ozon (O3).

Entstehung von Ozon

Im Gegensatz zum zweiatomigen Luftsauerstoff (O2), den wir zum Atmen benötigen, besteht das Ozonmolekül (O3) aus drei Sauerstoffatomen.

Was bedeutet Ozontherapie?

Ozontherapie – eine Definition

Die Ozontherapie oder auch Ozon-Sauerstoff-Therapie ist ein alternatives Therapieverfahren, bei dem medizinisches Ozon (O3) eingesetzt wird. Bei der Ozontherapie nutzen Ärzte und Heilpraktiker die keimabtötende und desinfizierende Wirkung des Ozons, etwa zur Heilung von Wunden. Darüber hinaus kann Ozon aber auch zur Stimulierung des Immunsystems oder zur Behandlung von Durchblutungsstörungen verwendet werden.

Medizinisches Ozon und seine Wirkung

Zur medizinischen Ozonherstellung wird ein sogenannter Ozongenerator eingesetzt. Für den therapeutischen Einsatz muss das Ozon aufgrund seines metastabilen Charakters jeweils am Ort des Verbrauchs hergestellt werden.

Ozongenerator alphaplus
ozongenerator alphalpus

Medizinisches Ozon besteht aus 0,05 bis 5% reinstem Ozon und 99,95 bis 95% medizinisch reinem Sauerstoff (AMG). Ozon wirkt ab einer Konzentration von ca. 50 bis 60 µg/ml toxisch. Selbst in geringeren Konzentrationen darf es auf keinen Fall inhaliert werden, da es die Atemwege schädigen kann.

Exkurs – Historie der Ozontherapie

Ozon wird schon seit etwa 100 Jahren in der Medizin eingesetzt: Werner von Siemens entwickelte 1857 die erste technische Ozonapparatur, eine Ozonröhre. Zu Beginn der 1920er Jahre wurden mithilfe eines ersten medizinisch verwendeten Ozongenerators die ersten Insufflationen (Einblasung von Gasen) durchgeführt.

In den 1950er Jahren legte der in Schlesien geborene und 1981 verstorbene Dr. Joachim Hänsler mit seinem medizinischen Ozongenerator den Grundstein für die moderne Ozontherapie. Gemeinsam mit Hans Wolff erarbeitete er die Grundlagen und gründete 1972 die „Ärztliche Gesellschaft für Ozontherapie“, die 1993 schließlich in „Ärztliche Gesellschaft für Ozonanwendung in Prävention und Therapie“ umbenannt wurde.

Welche Darreichungsformen gibt es bei der Ozontherapie?

Bei der medizinischen Ozontherapie spricht man von systemischen sowie topischen Applikationen, wenn es darum geht, in welcher Art und Weise das Ozon der Patientin bzw. dem Patienten verabreicht wird.

Systemische Applikationen

Große Ozon-Eigenblut-Infusion / Große Eigenblutbehandlung (GEB) 

Bei der großen Eigenblutbehandlung werden der Patientin bzw. dem Patienten ca. 50 bis 100 ml Blut aus der Armvene direkt in eine Einwegtropfflasche entnommen. Dieses Blut wird mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch angereichert und anschließend als druckfreie Infusion zurückgegeben.

Kleine Eigenblutbehandlung (KEB)

Bei der kleinen Eigenblutbehandlung werden ca. 1 bis 3 und 5 ml Blut aus der Vene entnommen, mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch versetzt und über ozonfeste, silikonisierte Einmalspritzen als intramuskuläre Injektion in den Gesäßmuskel bzw. unter die Haut zurückgespritzt.

Ozontherapie Intraartikuläre Ozoninjektion

Rektale Insufflation (RI)

Als sehr gute Alternative zur großen Eigenblutbehandlung kommt die rektale Ozon-Insufflation zum Einsatz. Dabei wird der Patientin bzw. dem Patienten über einen Beutel das Ozon-Sauerstoff-Gemisch durch das Rektum in den Darm eingeführt.

Topische Applikationen

Transkutanes Gasbad

Umgangssprachlich unter dem Begriff „Beutelbegasung“ bekannt, wird beim transkutanen Gasbad das betroffene Körperteil, etwa mit Ekzemen oder offenen Wunden, mit einem ozonresistenten Kunststoffbeutel überzogen. Anschließend wird das Ozon in den Beutel eingeblasen. Dort tötet das medizinische Ozon Bakterien, Viren und Pilze ab, die sich auf der angefeuchteten Haut befinden.

Wirkweise beim transkutanen Gasbad

  • wundreinigend
  • bakterizid
  • fungizid
  • virusdeaktivierend

Ozon-Wasser

Ozon-Wasser eignet sich für die topische, also äußerliche Anwendung. Sogenannte Ozon-Wasser-Kompressen können im ersten Stadium einer Entzündung, bei der Ödembildung, sehr schnell den Schmerz lindern und dazu führen, dass sich das Ödem rasch zurückbildet.

Aber auch in der Zahnmedizin ist ozonisiertes Wasser verbreitet. Beim Spülen der Mundhöhle oder bei Kieferoperationen wirkt es desinfizierend und erreicht auch schwer zugängliche Infektionsherde.

Direkte Injektionstherapie

Bei der Injektionstherapie werden 10 bis 20 ml des medizinischen Ozons meist subkutan (unter die Haut), intravenös (in die Vene) oder intramuskulär (in den Muskel) verabreicht.

Was kostet eine Ozontherapie?

Für eine Ozontherapie gibt es keine pauschale Preisliste. Je nach Behandlungsform und -dauer variieren die Preise. Als Richtlinie: Eine große Eigenblutbehandlung startet bei ca. 75 Euro pro Sitzung, kann aber im Einzelfall deutlich höher ausfallen – je nachdem, welche zusätzlichen Leistungen wie z. B. Vitamininfusionen noch erbracht werden.

Die Kosten einer Ozontherapie müssen in der Regel die Patientinnen und Patienten selbst tragen, da diese nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Es ist daher ratsam, sich im Vorfeld detailliert über die Kosten einer Ozontherapie zu informieren. Direkte Ansprechpartner sind hier die Mediziner*innen sowie Heilpraktiker*innen.

Kontraindikationen von medizinischem Ozon

Bei bestimmten Vorerkrankungen bzw. besonderen Umständen sollte die Ozontherapie nicht angewendet werden, weil es ansonsten zu Nebenwirkungen kommen kann.

So ist beispielsweise im Falle einer Leukämie oder innerhalb der ersten drei Schwangerschaftswochen von allen Applikationen der Ozontherapie abzuraten.

Bekannte Kontraindikationen im Überblick

  • akute hämolytische Anämie (Blutarmut)
  • Hämophilie (Bluterkrankheit)
  • Favismus (Enzymkrankheit)
  • Nicht eingestellte Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Die ersten drei Monate der Schwangerschaft
  • Leukämie

Erfolgreich therapiert nach dem Niedrig-Dosis-Prinzip

Die Ozontherapie sollte immer komplementär, also zusätzlich zu anderen Basis-Therapieverfahren angewendet werden, um zum bestmöglichen medizinischen Ergebnis zu kommen. Die Wirkung des Ozons hängt dabei maßgeblich von der Ozonkonzentration und Ozondosis ab. Das Prinzip der Hormesis spielt bei der Ozontherapie eine wichtige Rolle:
Niedrigdosiert, also in einem Bereich zwischen 10 und 40 µg Ozon/ml zeigt medizinisches Ozon eine hohe Wirksamkeit im systemischen Einsatz.
Beim topischen Einsatz, also bei äußerlicher Anwendung, ist die Ozonkonzentration von 60-100 µg/ml in der Behandlung von infizierten Wunden o.ä. empfehlenswert.

Mit zunehmender Konzentration sinkt die therapeutische Wirkung. Ab einem bestimmten Punkt wirkt das Ozon schließlich toxisch. Die richtige Konzentration und Dosis in der abgestimmten Applikation sind daher ausschlaggebend für eine erfolgreich verlaufende Ozontherapie.

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